Integriertes Kompetenzmanagement

Was ist integriertes Kompetenzmanagement? Warum ist es wichtig?

Integriertes Kompetenzmanagement bedeutet den Kandidaten in den Mittelpunkt des Prozesses zu stellen, sich auf seine Bedürfnisse zu konzentrieren und ihn zu ermutigen, Verantwortung für seine eigene Kompetenz zu zeigen. Was ist das Ziel dieses Ansatzes? Welche Vorteile bietet dieser Ansatz? Um dies zu verstehen, ist es notwendig, zuerst die verschiedenen Möglichkeiten zu beschreiben…

Im Laufe der Zeit hat sich das Kompetenzmanagement in zwei verschiedene Lager unterteilt:

  • Compliance-basiertes Kompetenzmanagement
  • Integriertes Kompetenzmanagement
Der Compliance-basierte Ansatz

Der Treiber für einen compliance-basierten Ansatz ist das Versprechen, dass ein Unternehmen die Bedingungen seines Sicherheitszertifikats und seiner Franchisevereinbarung einhält und im allgemeinen zusichert die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten.

Typischerweise führt dies zu einem reaktiven Ansatz und der Absicht, so wenig Zeit und Mühe wie möglich mit der Erfüllung der regulatorischen Vorgaben zu verbringen. Es wird nur wenig Zeit mit den Kandidaten verbracht, so dass wenig über sie oder ihr Kompetenzniveau bekannt ist – sie werden als entweder kompetent oder nicht kompetent eingestuft. Der Trainingsbedarf der Organisation wird anhand der aktuellen Gesetzgebung und den Vorfällen, die im Unternehmen aufgetreten sind, bemessen und berücksichtigt weder das Feedback der Kandidaten noch deren gemessene Leistungsfähigkeit.

Unternehmen, die sich am Compliance-basierten Ansatz orientieren, sind dadurch nicht in der Lage Verbesserungspläne umsetzen oder proaktiv das Kompetenzmanagement zu verbessern. Probleme werden erst dann erkannt, nachdem ein Vorfall aufgetreten ist. Der Compliance-basierte Ansatz ist grundsätzlich reaktiv.

Integriertes Kompetenzmanagement

Integriertes Kompetenzmanagement ermutigt Kandidaten Verantwortung für die Entwicklung ihrer Fähigkeiten zu übernehmen. Hierbei werden Sie durch einfach verständliche Lernmaterialien, den offenen Zugang zu ihren Unterlagen und Beratung von seiten der Prüfer unterstützt. Anstatt sie mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ zu bewerten, wird ein Bewertungssystem verwendet, dass einzelne Eigenschaften einschätzt und den Entwicklungsbedarf aufzuzeigt. Durch diese detailliertere Benotung kann das Lernen und die Entwicklung auf den Einzelnen zugeschnitten werden und tatsächlich dabei helfen, das Kompetenzniveau zu verbessern.

Das Bewertungssystem ist für das Integrierte Kompetenzmanagement von entscheidender Bedeutung, da es das Werkzeug ist, mit dem der Entwicklungsbedarf identifiziert werden kann. Theoretisch kann das Bewertungssystem eine beliebige Anzahl von Stufen haben, aber sie sind in der Regel am effektivsten bei einer kleinen Anzahl von Stufen, da damit die Bedeutung am besten verständlich ist. Das hier gezeigte Beispiel ist ein Bewertungssystem, das auf eine Ampel basiert.

In diesem System würde ein Kandidat, der ein ROT aufgrund eines Kriterienelements erhält wissen, dass er einen erheblichen Entwicklungsbedarf hat – möglicherweise ist eine Umschulung erforderlich. Eine GELBE Ampel würde hingegen auf einen geringeren Bedarf hinweisen, z.B. eine zusätzliche Erklärung oder ein Re-Briefing, das sogar vom Prüfer zum Zeitpunkt der Prüfung durchgeführt werden könnte. GRÜN bedeutet, dass der Kandidat die Anforderungen erfüllt und DUKELGRÜN zeigt, dass ein Kandidat über die Mindestanforderungen hinausgegangen ist.

Zusammenarbeit von Prüfern und Kandidaten

Prüfer achten bei der Planung einer Entwicklungsbewertung darauf die volle Aufmerksamkeit des Kandidaten zu gewinnen. Prüfer stellen sicher, dass der Kandidat die Leistungskriterien versteht, und erkennen kann was und weshalb geprüft wird. Außerdem werden Kandidaten gefragt, ob sie bei bestimmten Aspekten Unterstützung benötigen.

Dieser Austausch im Rahmen der Bewertung gibt Kandidaten die Gelegenheit bestimmte Aspekte ihrer Fähigkeiten anzusprechen, bei denen sie Schwächen vermuten oder in denen ihnen das nötige Vertrauen fehlt. Kandidaten werden ermutigt ihre Schwächen zu benennen, da sie wissen, dass eine Bewertung in diesem Bereich ihnen helfen wird die benötigten Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Dadurch fühlen sie sich nach Abschluss der Bewertung selbstbewusster und kompetenter als zuvor.

Der Prüfer erstellt einen Plan, um die vom Kandidaten genannten Themenbereiche zusammen mit allen anderen wichtigen Gebieten abzudecken. Gute Prüfer verwenden eine Reihe von Methoden, um technische Fähigkeiten zu testen und das Wissen zu untermauern um sicherzustellen, dass sie eine ganzheitliche Sicht auf die Leistung des Kandidaten erhalten. Das Ergebnis ist, dass der Kandidat einen klaren Blick auf seine eigene Kompetenz erhält, und sich auf die Bereiche konzentrieren kann, die verbessert werden müssen. Kandidaten können mit ihrem Prüfer Weiterbildungsziele vereinbaren und Unterstützung bei der Umsetzung dieser Schritte erhalten.

Dadurch werden Kandidaten ermutigt proaktiv mit ihren eigenen Schwächen umzugehen und Verantwortung für ihre eigene Kompetenz zu übernehmen.

Vorteile des Integrierten Kompetenzmanagements

Ein erfolgreiches System für Integriertes Kompetenzmanagement hat folgende Vorteile für ihren Betrieb:

  • Verbesserte Leistungsfähigkeit – Mitarbeiter steigern ihr Kompetenzniveau in dem sie sich auf ihr Verbesserungspotenzial konzentrieren. Sie gehen gestärkt aus der Situation hervor, da sie Verantwortung für ihre eigene Kompetenz übernehmen und genau wissen worauf sie sich konzentrieren müssen. Damit schwindet auch ihre Prüfungsangst.
  • Bessere Übersichtlichkeit und gestärktes Vertrauen – Unternehmen die ein System für Integriertes Kompetenzmanagement umsetzen haben einen guten Überblick über das Kompetenzniveau im Betrieb. Diese bessere Übersichtlichkeit basiert auf Daten aus einer zuverlässigen Quelle. Die Daten zeigen den Kentnisstand einzelner Mitarbeiter sowie von bestimmten Gruppen innerhalb des Betriebs, und können dahingehend verwendet werden die Wirksamkeit der innerbetrieblichen Aus- und Weiterbildung auszuwerten.
  • Weniger Vorfälle – Leistungsdefizite werden proaktiv behandelt, bevor sie zu Vorfällen führen, anstatt nur reaktiv auf entstandene Vorfälle zu reagieren.
  • Kosteneinsparungen – Vorfälle sind teuer, ineffizientes Training ist teuer, das Schreiben von Weiterbildungsplänen für Kandidaten die „nicht bestanden“ haben ist teuer. Alle diese Kosten können durch die Einführung eines integrierten Kompetenzmanagmenentsystems verringert werden.
Möglicherweise ist Ihnen die wissenschaftliche Arbeit von James T. Reason (Schweizer-Käse-Modell) bekannt. Integriertes Kompetenzmanagement ist eine wirklich gute Möglichkeit, dass was er als „aktive Fehler im System“ bezeichnet zu vermeiden. Es ist ebenfalls wichtig um eine „gerechte Fehlerkultur“ zu entwickeln.
Das AssessTech Kompetenzmanagement-System (ACMS) ist das einzige auf dem Markt verfügbare eCMS System, das ein integriertes Kompetenzmanagement unterstützt.

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